hoog breed smal
Master Studio, BD, Auslandsprojekt
Prof. Arthur Wolfrum
LB Irina Auernhammer
dienstags, 10:00 Uhr
Raum N221
A few months ago, ownership of a strange sculpture in Ghent's city centre changed hands. Although it is one of the newest objects in the neighbourhood, it looks old, like a ruin from a bygone era. It is mysterious and seemingly without function, yet it is also dominant, as well as being light, transparent and readable like an open book. Very high, very wide and very slim (hoog, breed, smal). It is the remnant of a major work of Belgian Brutalism. Completed in 1980 as a telecommunications complex, it remains a striking presence in the urban landscape, both as a fragment of the original building and in the collective memory of the population. This eleven-storey skyscraper has survived only as a skeleton, framed by the River Leie and one of the city's most interesting canals.
Vor wenigen Monaten wechselte eine seltsame Skulptur in der Innenstadt von Gent ihren Besitzer. In Zahlen gerechnet zwar eines der neuesten Objekte in seinem Umfeld wirkt es doch alt wie eine Ruine aus fremden Zeiten. Geheimnisvoll, funktionslos, dabei ziemlich dominant und zugleich leicht und transparent und lesbar wie ein offenes Buch. Sehr hoch, sehr breit, sehr schmal. Es ist der übrig gebliebene Rest eines Hauptwerks aus dem belgischen Brutalismus. Einst als Komplex für die Telekommunikation im Jahr 1980 fertiggestellt, ist es sogar noch als Fragment des ursprünglichen Gebäudes absolut präsent im Stadtraum wie in den Köpfen der Bevölkerung. Ein elfgeschoßiges Hochhaus, das nur noch als Skelett überdauert hat, eingerahmt vom Fluss Leie und einem der interessantesten Kanäle der Stadt.
Gent hat große Zeiten und bittere Jahrhunderte erlebt. Weil es heute sehr attraktiv, sehr erfolgreich und extrem jung ist, kommt Leerstand dieser Größenordnung eigentlich nicht vor. Knapper, überteuerter Wohnraum und die klassischen Mechanismen der Gentrifizierung sind hingegen Alltag. Der Entwurf wird zeigen, wie das hohe Haus seinen Beitrag zur lebendigen und gerechteren Stadt leisten kann. Zumal es an beiden Breitseiten von Brachflächen gesäumt ist, die das vertikale Potential in der Horizontalen wiederholen. Um den Charakter des Ortes kennenzulernen und die Transformationskultur der Stadt zu verstehen, findet vom 26. bis zum 29. März eine Exkursion nach Gent (und Antwerpen) statt.
Exkursion nach Gent (und Antwerpen): 26. – 29.03.26
Erstes Treffen und Einführung:
Donnerstag, 19.03.26, 09:30 Uhr, Raum N221