Studieren am Campus Bauwende
Die „Bauwende“ beschreibt einen gesamtgesellschaftlichen Wandel, der aus dem Streben nach Nachhaltigkeit, Energieeffizienz und Klimaschutz erwächst. Im Zentrum steht die Herausforderung, die ökologischen Auswirkungen von Gebäuden über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg deutlich zu reduzieren.
Forschung, Lehre und Praxis für eine nachhaltige Baukultur
Unter dem Titel „Campus Bauwende“ ist an der Hochschule München ein Ort entstanden, an dem Forschung, Lehre und Praxis für eine nachhaltige Baukultur zusammenfinden. Hier werden Themen wie die architektonische Transformation von Bestandsgebäuden, energetische Sanierung, Materialkreisläufe, ressourcenschonendes Bauen und digitale Methoden erforscht, vermittelt und in der Lehre angewandt.
Weiter- und Umnutzen von vorhandener Bausubstanz
Besonders zentral ist jedoch der verantwortungsvolle Umgang mit dem Bestehenden: die Weiter- und Umnutzung vorhandener Bausubstanz reduziert Abfall, spart Energie und eröffnet neue architektonische Perspektiven. Die Umsetzung solcher Konzepte erfordert ein Zusammenspiel von Politik, der Bau- und Planungswirtschaft und gerade auch von Hochschulen, die in Lehre und Forschung die Grundlagen für diesen Wandel schaffen.
Campus Bauwende in der Lehre: Weiterbauen am Gebäude der Architekturfakultät
Die Architekturfakultät der Hochschule München ist heute bereits ein zentraler Ort der Bauwende. Eine Schlüsselrolle spielt dabei unser denkmalgeschütztes Fakultätsgebäude in der Karlstraße. Es ist selbst Teil der Lehre, Forschungsgegenstand und gebaute Ressource. Es fungiert als Ort, an dem die Inhalte der Bauwende unmittelbar erfahrbar sind.
In der Bachelor-Abschlussarbeit 2025 „nose to tail“ – Architekturschule 2.0 (siehe die ersten vier Bilder unten) und im Masterstudio „in situ“ (siehe die letzten vier Bilder unten) setzten sich die Studierenden zum Thema „Weiterbauen am Gebäude der Architekturfakultät in der Karlstraße 6“ intensiv auseinander.
Campus Bauwende in der Forschung: Forschungsprojekt „Digital Craft“
Das Projekt „Digital Craft“ erforscht die Gestaltung und Realisierung eines digital gefertigten und nachhaltig produzierten Hausprototypen für die individualisierte Gebäudeproduktion auf der Grundlage eines Holzbaustecksystems. Auf der BAU 2025 – Weltleitmesse für Architektur, Materialien, Systeme – wurde der Hausprototyp erstmalig öffentlich präsentiert.
Forschungsprojekt „Wilde Dächer“
Das Projekt „Wilde Dächer“ erforscht den langfristigen Einfluss umgebungsräumlicher, baukonstruktiver und unterhaltstechnischer Parameter auf die vegetative und generative Entwicklung begrünter Dachflächen.
Im Rahmen des Projektes soll untersucht werden, inwieweit Gründächer, die sich aufgrund spezifischer räumlicher Bedingungen (Windabdeckung, Verschattung, etc.) und (marginaler) Pflege gut entwickeln konnten, eine entsprechend breitere Biodiversität der städtischen Flora und Fauna aufweisen, über eine erhöhte Regenwasserspeicherkapazität verfügen und während der heißen Jahreszeit einen gesteigerten Beitrag zur Senkung der Temperaturen innerhalb und außerhalb des Gebäudes leisten.
Forschungsprojekt „Office2Housing“
Das Forschungsprojekt „Office2Housing“ widmet sich in Forschung, Lehre und Praxis der Transformation von Bürogebäuden zu Wohnraum und untersucht dabei die vielschichtigen Wechselwirkungen gesellschaftlicher Transformationsprozesse im Spannungsfeld von Stadt, Arbeiten und Wohnen.
Im Fokus stehen die Analyse und Bewertung typologischer, rechtlicher sowie regulatorischer Rahmenbedingungen, innovativer Planungs- und Finanzierungsmodelle und baurechtlicher Standards unter Berücksichtigung der Bedürfnisse einer zunehmend diversen und alternden Gesellschaft berücksichtigt, um zukunftsfähige und sozial nachhaltige Konzepte der Umnutzung zu entwickeln.
Die gewonnenen Erkenntnisse sollen dazu beitragen, Potenziale, Herausforderungen und Gestaltungsmöglichkeiten der Umwandlung von Büroimmobilien in Wohnraum systematisch zu erfassen und zu bewerten.
Studieren an einem herausragenden Beispiel der Architektur
Die Baufakultäten der Hochschule München blicken auf eine zweihundertjährige Geschichte zurück. Ursprünglich wurde die „Staatsbauschule” als Königliche Baugewerkschule gegründet. Sie ist damit eine der ältesten Ausbildungsinstitutionen für Architektinnen und Architekten in Deutschland.
Der Neubau der drei Architekten Rolf ter Haerst, Adolf Seifert und Franz Ruf wurde 1957 eröffnet und ist ein didaktisches Anschauungsobjekt. Seine handwerkliche Materialität ist charakteristisch. Es ist ein Gebäude, das – wie wenige andere – den Geist des demokratischen Neuanfangs der 1950er Jahre verkörpert: Technik, Kreativität und eine humanistische Ausbildungstradition.
Münchner Staatsbauschule: Architektur & Ausbildungstradition
Das Buch „Staatsbauschule München. Architektur, Konstruktion und Ausbildungstradition” stellt die Münchner Nachkriegsarchitektur der Staatsbauschule in einen internationalen Zusammenhang. Herausgeberinnen und Herausgeber sind Silke Langenberg, Karl R. Kegler und Regine Hess.
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Freunde der Architekturschule
Weitere Informationen auf der Website der Freunde der Architekturschule in der Karlstraße 6
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