STADT_HAUS
Master Studio, ADR
Prof. Julian Krüger
LB Georg Brennecke
Donnerstags, 10:00 Uhr
Raum 212
STADT_HAUS takes up the idea of reading a building as a small city and makes it the theme of this semester's design studio, which explores new ways of living, working, and dwelling in Munich.
The central question is whether one building can hold a dense mix of uses and publics, each with its own paths, places, and neighbourhoods. The testing ground is the vacant former criminal justice centre on Nymphenburger Straße, a concrete complex of roughly 50,000 square metres built in the 1970s and now facing demolition after the courts left this year.
Working in teams on different parts of the building, students develop ideas for its reuse through an experimental method based on models, testing how varied spaces and programmes can form a whole that is coherent but still many voiced. As a reference, the studio draws on the "Fun Palace" by Cedric Price and Joan Littlewood, who saw architecture as an open infrastructure for changing and still unknown uses.
First introduction and meeting:
Thursday, 8th of October 26, 10:00 am, room 212
Ein Haus als kleine Stadt zu lesen, diese Analogie reicht bis in die Renaissance zurück und wurde von Architektinnen und Architekten immer wieder aufgegriffen und ihrer jeweiligen Zeit angepasst. Im kommenden Semester machen wir uns dieses Bild zu eigen und nutzen es als Leitmotiv und Ausgangspunkt des Entwurfsstudios, um neue Ideen für das Leben, Arbeiten und Wohnen in München zu entwickeln.
Kann in einem einzigen Gebäude ein dichtes Nebeneinander unterschiedlicher Nutzungen und Öffentlichkeiten entstehen, mit eigenen Wegen, Orten und Nachbarschaften? Dieser Frage wollen wir nachgehen. Als Versuchs- und Experimentierfeld dient uns das leerstehende und vom Abriss bedrohte ehemalige Strafjustizzentrum an der Nymphenburger Straße. Mit rund 50.000 Quadratmetern Geschossfläche, tiefen Sockelgeschossen, großen Gerichtssälen, repetitiven Bürostrukturen, Höfen, Dächern und unterirdischen Räumen bildet der Bestand ein komplexes räumliches Gefüge, das es zu transformieren gilt. Der in den 1970er Jahren errichtete Bau war auf institutionelle Abläufe, Kontrolle und Trennung ausgerichtet. Mit dem endgültigen Auszug der Justiz in diesem Jahr stellt sich die Frage, wie sich diese robuste Betonstruktur öffnen, aneignen und weiterbauen lässt, um sie vor einem nicht mehr zeitgemäßen Abbruch zu bewahren.
Im Entwurfsstudio verfolgen wir einen experimentellen Ansatz, um neue Konzepte für Grundstück und Bestand zu entwickeln. Die Studierenden bearbeiten in Teams unterschiedliche Teile des Gebäudes und entwickeln aus einer genauen Untersuchung des ehemaligen Justizzentrums und seiner Umgebung räumliche Hypothesen für mögliche Nachnutzungen. Unsere Methodik ist das Entwerfen im Modell. In Serien von Versuchen werden Eingriffe erarbeitet, verworfen, verändert und miteinander verglichen. Gemeinsam untersuchen wir, wie unterschiedliche Räume, Programme und Atmosphären aufeinandertreffen und wie aus vielen präzisen Eingriffen ein zusammenhängendes und zugleich vielstimmiges Ganzes entstehen kann.
Zum Auftakt bearbeiten wir eine Reihe kurzer Aufgaben zu Strategien der Aneignung und Programmierung von Raum, um Orte der Begegnung und des Austauschs für die Stadtgesellschaft zu schaffen. Als eine Referenz dient uns hierbei das visionäre Projekt „Fun Palace“ von Cedric Price und Joan Littlewood, die Architektur als offene Infrastruktur für wechselnde Aktivitäten und noch unbekannte Formen des Gebrauchs verstanden. Das massive und stark festgelegte Justizzentrum bildet dazu ein produktives Gegenüber.
Wir laden Euch ein, individuelle Entwurfsansätze zu formulieren, und freuen uns auf das Wintersemester mit Euch.
Erstes Treffen und Einführung:
Donnerstags, 08.10.26, 10:00 Uhr, Raum 212