Staging Publicness
Schlüsselkompetenz 1, Nr. I
LB Sophia Schneider
LB Alexander Gutzmer
Montags, 14:00 Uhr
Raum N221, Infanteriestraße
Öffentlicher Diskurs findet permanent statt – heute jedoch zunehmend in digitalen Räumen und über soziale Medien. Gleichzeitig scheint der offene Austausch unterschiedlicher Positionen im Stadtraum immer weniger selbstverständlich. Wo und wie kann Stadt heute noch Öffentlichkeit herstellen? Und welche Rolle können Architektur, Gestaltung und Inszenierung dabei spielen?
Das Seminar „Staging Publicness“ untersucht Öffentlichkeit als soziale, politische und räumliche Kategorie. Ausgangspunkt ist die These, dass Öffentlichkeit nicht einfach „vorhanden“ ist, sondern aktiv hergestellt werden kann. Diese „Inszenierung“ verstehen wir als bewusste Gestaltung und Aktivierung eines Ortes. Wahrnehmungen werden verändert, Positionen sichtbar gemacht – und ein echter Austausch entsteht.
Ausgewählte theoretische Positionen zu Öffentlichkeit und öffentlichem Raum bilden die Grundlage für eine konkrete Auseinandersetzung mit der Münchner Innenstadt. Im Fokus steht das erweiterte Bahnhofsviertel mit seinen herausfordernden räumlichen, sozialen und ökonomischen Realitäten.
Die Studierenden untersuchen in Kleingruppen konkrete Orte und fragen nach deren Nutzungen, Akteur:innen, Zugänglichkeiten und Konflikten. Mit Mapping, Beobachtung und experimentellen Formen der Ortsanalyse werden Potenziale für die Herstellung von Öffentlichkeit identifiziert. Referenzen aus Tactical Urbanism, Kunst im öffentlichen Raum und temporärer Architektur erweitern das Spektrum möglicher Interventionen.
Auf Grundlage der Analyse entwickelt jede Gruppe eine ortsspezifische Strategie zur Inszenierung von Öffentlichkeit. Die Intervention kann räumlich-baulich sein, aber ebenso textlich, akustisch, visuell, performativ oder dokumentarisch arbeiten. Entscheidend ist die Auseinandersetzung mit dem jeweiligen Ort und die Frage, welche Form von Öffentlichkeit dort entstehen kann.
Erstes Treffen und Einführung:
Montag, 12.10.26, 14:00 Uhr, Raum N221, Infanteriestraße