„Die spinnen die Haller“. Neue Konzepte für die Baumwollspinnerei in Schwäbisch Hall.
Master Studio, BD
Prof. Dr.-Ing. Lars Schiemann,
Prof. Thomas Hammer,
Prof. Dr.-Ing. Madjid Madjidi
dienstags 10:00 Uhr
Raum N014

Design project with integrated disciplines - construction and technology
The aim of the master's studio in the summer semester 2025 is to develop a sustainable concept for the preservation and use of the former cotton mill in Schwäbisch Hall and to develop the design idea.
This very application-oriented design topic covers all aspects of object and structural planning in dealing with historic buildings. This includes the sophisticated handling of the historical building fabric, the analysis of the existing load-bearing structure and the structural design of the renovation or extension measures, taking into account the building physics requirements. In addition to the renovation and strengthening of the historic structure, the project also offers the possibility of extending the building complex with new buildings and additions.
Entwurfsprojekt mit integrierten Disziplinen – Konstruktion und Technik
Die Bauten der ehemaligen Baumwollspinnerei in Schwäbisch Hall gelten als seltene Beispiele von Fabrikgebäuden der frühen Industrialisierung im 19. Jahrhundert.
An der Stelle der alten Gradierhäuser der Haller Saline ließ der Haller Kaufmann Johann Friedrich Churr um 1830 die ersten Gebäude der neugegründeten Baumwollspinnerei errichten. Im Zuge mehrerer Bauphasen bis zu den Anfängen des 20. Jahrhunderts wurde die Fabrikanlage sukzessive erweitert. Im Jahre 1872 wurde die Anlage mit dem Turbinenhaus ergänzt. Ab 1896 errichtete der Architekt Philipp Jakob Manz, der im frühen 20. Jahrhundert zu den bekanntesten Industriebauspezialisten in Süddeutschland zählte, das zugehörige Kesselhaus sowie das dominierende Gebäude der alten Spinnerei mit Staubturm.
Aufgrund des guten Originalzustandes sowie der anspruchsvollen architektonischen Gestaltung des unverputzten Ziegelmauerwerks stuft das Landesamt für Denkmalpflege des Landes Baden-Württemberg den Fabrikkomplex als ein „exemplarisches Zeugnis der industriellen Entwicklung im 19. Jahrhunderts“ ein. Seit vielen Jahren jedoch erfolgt keine Nutzung der gesamten Anlage. Nur ein sehr kleiner Bereich wird als Feuerwehrmuseum der Stadt Schwäbisch Hall genützt.
Ziel des Masterstudios im Sommersemester 2025 ist die Entwicklung eines nachhaltigen Konzeptes zur Erhaltung und Nutzung der ehemaligen Baumwollspinnerei in Schwäbisch Hall sowie die konstruktive Ausarbeitung der Entwurfsidee.
Dieses sehr anwendungsbezogene Entwurfsthema umfasst dabei alle Aspekte der Objekt- und Tragwerksplanung im Umgang mit historischen Gebäuden. Dies beinhaltet den anspruchsvollen Umgang mit der historischen Bausubstanz, der Analyse der bestehenden Tragstruktur sowie dem konstruktiven Entwurf der Sanierungs- oder Erweiterungsmaßnahmen unter Berücksichtigung der bauphysikalischen Anforderungen. Neben der Sanierung und Ertüchtigung der historischen Tragstruktur bietet die Entwurfsaufgabe auch die Möglichkeit, den Gebäudekomplex durch Neubauten und Ergänzungen zu erweitern.
Zur Vorbereitung des konstruktiven Entwurfs werden die speziellen baukonstruktiven, tragwerksplanerischen sowie bauphysikalischen Kriterien bzgl. des Bauens im Bestand behandelt. Anhand der Analyse bestehender Referenzobjekte werden Sanierungsansätze und Maßnahmen vergleichend erarbeitet. Räumliche Tragsysteme sollen unter Verwendung 3-dimensionaler Entwurfs- und Konstruktionsprogramme entwickelt werden. Das Projektstudio besteht neben dem konstruktiven Entwurf aus Vorlesungen, Übungen sowie Exkursionen.
Das Modul wird als interdisziplinäre Lehrveranstaltung in Zusammenarbeit mit der Fakultät 05 für Energie- und Gebäudetechnik der Hochschule München angeboten. Die Bearbeitung der Entwurfsaufgabe erfolgt in interdisziplinären Entwurfsgruppen.
Erstes Treffen und Einführung:
Dienstag, 25.03.25, 10:00 Uhr, Raum N014