Zukunft Kirche? Wandel im Olympiadorf.
Master Studio, UD
Prof. Dr.-Ing. Andrea Benze
LB Janina Sieber
donnerstags, 10:00 Uhr
Raum N113

The studio is about the transformation of the ecumenical church centre in the Olympic Village in Munich. Due to a decline in membership and lower income, it is necessary to look at a change in the use of church premises and to develop additional ideas for the ecumenical church centre.
Es geht um die Transformation des ökumenischen Kirchenzentrums im Olympiadorf München. Durch Mitgliederschwund und geringere Einnahmen ist es notwendig, sich mit einer Veränderung der Nutzung von Kirchenräumen zu beschäftigen und für das ökumenische Kirchenzentrum zusätzliche Ideen zu entwickeln. Es sollen Szenarienentwürfe für mögliche Entwicklungen erstellt werden: Wie kann sich das ökumenische Zentrum in einen gemeinsamen Ort für die Bewohnerinnen und Bewohner des Olympiadorfs verwandeln und welche Rolle nehmen hierbei die Kirchen ein?
Nachhaltige Stadtentwicklung besteht heute zu einem großen Teil darin, vorhandene Strukturen zu transformieren und weiter zu entwickeln. Betrachtet man gesellschaftliche Megatrends, stellt die Veränderung der Religiosität Kirchen als Eigentümer sehr vieler, oft denkmalgeschützter Immobilien in zentralen Lagen vor große Herausforderungen. Kirchengebäude hatten oft besondere Funktionen im gesellschaftlichen Leben. Welche neuen oder anderen für eine Nachbarschaft wichtigen gemeinschaftlichen Orte sollten oder können hier entstehen?
Um in dieser schwierigen Situation angemessen und erfolgreich und damit nachhaltig reagieren zu können, ist es erforderlich, die Ausgangslage genau zu kennen und gemeinsam mit der lokalen Bevölkerung und Akteurinnen/Akteuren vor Ort Lösungen zu entwickeln. Das wollen wir tun. Die Architektur des Gebäudes und das städtebauliche Umfeld sind hierbei als Prozess zu verstehen, der Veränderungen zulässt, in Materialkreisläufe eingebunden ist und sparsam mit begrenzten Ressourcen umgeht.
Innerhalb dieser realen Aufgabenstellung werden wir viel vor Ort sein. Zusammen mit Akteurinnen und Akteuren vor Ort, Vertreterinnen und Vertreter der Kirchen und der lokalen Bevölkerung werden Bedarfe und Ideen gesammelt. Unterschiedliche Gruppen von Akteurinnen/Akteuren begegnen sich, vernetzen sich und verhandeln ihre Ziele. Wir bauen ein großes Modell vom Ort, um performativ in mehreren Runden mit den lokalen Akteurinnen/Akteuren, Ideen schnell und kreativ zu testen. Für die performative Partizipation kooperieren wir mit der Hans-Sauer-Stiftung.
In den Szenarienentwürfen steht der Prozess im Mittelpunkt. Was wäre, wenn…? In Zweiergruppen werden Entwürfe mit unterschiedlichen Themen aus den Workshops gestaltet. Es geht um die nahe, mittlere und ferne Zukunft, für die unterschiedliche mögliche Szenarien entwickelt werden. Neben Zeichnungen nutzen wir gemeinsam das große Modell, in dem Entwicklungen spontan, ideenreich und schnell auf- und abgebaut sowie fotografisch dokumentiert werden können. Hierfür arbeiten wir mit Thomas Geißler vom Photolabor zusammen. Der Semesterabschluss findet wieder im Ökumenischen Zentrum im Olympiadorf statt. Am Abend vor der Abschlusspräsentation mit Gastkritikerinnen/Gastkritiker, werden die Szenarienentwürfe der lokalen Bevölkerung vor und zur Diskussion gestellt. Während des Projektstudios tauschen wir uns mit Studierenden der Sozialwissenschaften der HM aus, die aus soziologischer und ökonomischer Perspektive die Transformation von kirchlichen Immobilien untersuchen.
Zum Studio gehört eine Exkursion nach Belgien, wo wir uns interessante, bereits für die Gemeinschaft transformierte Orte ansehen werden.
Sie lernen komplexe alltägliche Lebenszusammenhänge von Bewohnerinnen und Bewohnern im Olympiadorf sowie die Interessen unterschiedlicher potenziell gemeinschaftsbildender Akteurinnen/Akteuren zu analysieren und zu moderieren. In den darauffolgenden Szenarienentwürfen, beurteilen, bewerten, differenzieren und gewichten Sie die aus der performativen Beteiligung gewonnenen Informationen, kombinieren unterschiedliche Ideen und entwickeln daraus in Zweiergruppen einen Szenarienentwurf. Szenarien helfen Ideen und Narrative zu entwickeln und die Gestaltung der Stadt nicht als Endprodukt, sondern als offenen zeitlichen Ablauf zu denken.
Das Entwurfsprojekt ist Teil einer weiterreichenden Forschung über Potenziale des Leerstands in Kooperation mit Prof. Dr. Gerald Beck, Fakultät für Sozialwissenschaften der HM, der Hans-Sauer-Stiftung sowie ein wichtiger Teil für die Transformation des Ökumenischen Zentrums.
Erstes Treffen und Einführung:
Donnerstag, 20.03.25, 10:00 Uhr Raum N113 +
Auftaktveranstaltung, Ökumenisches Zentrum 17:00 – 19:00 Uhr
Die großen Workshops vor Ort finden am Donnerstag 10.04.25 und Montag 05.05.25 von 17:00 – 20:00 Uhr statt, um Menschen nach ihrer Arbeit zu erreichen.
Exkursion nach Belgien: Donnerstag, 08. – Sonntag, 11.05.25