Scales of Destruction: From Satellite Imaging to Architectural Detail
FWP 3, AD
Prof. Jonathan Banz
donnerstags, 10:00 Uhr
Raum 208

Neueste technische Entwicklungen in der räumlichen Erfassung ermöglichen es, sowohl kriegsbedingte als auch durch Naturkatastrophen verursachte Veränderungen der natürlichen und gebauten Umwelt verlässlich zu dokumentieren und zu bewerten.
Verschiedene digitale Erfassungsmethoden, darunter Satellitenbilder, Handyfotos und -videos, GPS-Daten, photogrammetrische Verfahren und dreidimensionale Laserscans, liefern präzise Informationen über die Auswirkungen solcher Ereignisse auf Landschaften, Infrastruktur und urbane Strukturen. Diese Daten machen nicht nur unmittelbare Schäden sichtbar, sondern erlauben es auch, langfristige Veränderungen nachzuvollziehen und fundiert zu analysieren.
Das Seminar diskutiert diese Potenziale unter anderem am Fallbeispiel Ukraine bzw. Angriffskrieg gegen die Ukraine. In diesem Kontext formulieren die Studierenden eigenständig Fragestellungen, die konkrete Orte, spezifische architektonische oder landschaftliche Strukturen sowie allgemeine Prozesse von Zerstörung und Wiederaufbau zum Gegenstand haben können. Dabei erarbeiten sie individuelle Zugänge und wählen narrative, visuelle oder technische Methoden, um ihre Analysen verständlich aufzubereiten und die gewonnenen Erkenntnisse klar zu kommunizieren.
Ziel dieser eigenständigen Forschung ist es, neue Perspektiven auf die komplexen Zusammenhänge zwischen Zerstörung, Wiederherstellung und nachhaltiger Entwicklung zu eröffnen. Studierende werden ermutigt, innovative Lösungsansätze zu entwickeln, um historische, ökologische und soziale Dimensionen kritisch zu reflektieren und damit aktiv dazu beizutragen, Leid zu minimieren. Architektinnen und Architekten können hierbei eine zentrale Rolle einnehmen, indem sie Strategien entwickeln, um Lebensräume widerstandsfähiger zu gestalten und Zerstörungen zukünftig zu verhindern oder zumindest zu begrenzen.
Dieser interdisziplinäre Ansatz fördert nicht nur methodische Kompetenzen im Umgang mit modernen Erfassungsverfahren, sondern sensibilisiert die Studierenden auch für ihre Verantwortung als Vermittler:innen zwischen wissenschaftlicher Analyse und gesellschaftlichem Diskurs.
Erstes Treffen und Einführung:
Donnerstag, 27.03.25, 10:00 Uhr, zoom-Meeting