ExRotaprint Weiterbauen
Entwurf 5, UD
Prof. Nicolas Kretschmann
Dienstags, 14:00 Uhr
Raum N221, Infanteriestraße
Im städtebaulichen Entwurf 5 „ExRotaprint Weiterbauen“ werden wir räumliche Strategien des Weiterbauens am Stadtblock des ExRotaprint in Berlin-Gesundbrunnen entwerfen. Die Geschichte der Institution ExRotaprint mit seiner dichten urbanen Mischung aus gewerblichen, kulturellen und sozialen Einrichtungen ist selbst ein sehr gelungenes Beispiel für eine Bestandstransformation und eine spekulationsfreie Stadtweiterentwicklung und wird für uns eine sehr anschauliche Referenz sein. Das einzige, was in der bisherigen Entwicklung fehlt, ist ein substantieller Anteil an Räumen für bezahlbares Wohnen. Der Stadtblock des ExRotaprint besteht aus gründerzeitlichen Gebäudestrukturen, die allerdings durch Kriegszerstörung stark fragmentiert sind. Er liegt in einem sozial sehr gemischten, urbanen Quartier und besitzt großes Verdichtungspotenzial.
Ihr Entwurf soll nun bewusst Räume und Freiräume für Wohnideen schaffen, die Lust auf neue Lebensräume in der Stadt machen und einer breiten Bevölkerung einen bezahlbaren und zukunftsfähigen Ort zum Leben ermöglichen. Sie werden in Ihrem Projekt einen vielfältigen Fächer an Themen des Weiterbauens bearbeiten, die sich idealerweise bei Ihrem Entwurf auf unterschiedlichen Maßstäben positiv ergänzen: Bezahlbares Wohnen, klimagerechter Stadtumbau, Bezug zum umgebenden Stadtraum, aneigenbare Räume, Teilen von Räumen, Erschliessungs- und Mobilitätskonzept, Kreislaufwirtschaft, Ressourcenschonung, Nutzungsneutralität, Umgang mit dem baulichen und freiräumlichen Bestand, etc.
Der städtebauliche Perimeter umfasst den gesamten Stadtblock um das ExRotaprint. Diesen werden Sie als Zweierteam städtebaulich entwerfen, um dann in Einzelarbeit einen Projektperimeter auf der gemeinsamen Basis exemplarisch architektonisch zu vertiefen. Dabei sollen konkrete architektonische Projekte entwickelt werden, die, basierend auf innovativen Wohnideen, mit ihren Typologien, Grundrissen, Schnitten und Ansichten einen Mehrwert für die Architektur der Stadt bieten können und Basis für einen zukunftsgerichteten, urbanen Lebensraum sind.
Ihre Entwürfe für diesen Ort dürfen radikal und experimentell sein, sollen aber Situationen schaffen, die durch ihre programmatisch gemischte Wohn- und Arbeitstypologien ein klares Statement für einen zukunftsgerichteten, innerstädtischen Lebensraum an diesem Ort sind. Dabei werden Sie zukunftsweisende, städtebauliche Konzepte erarbeiten, bestehende Stadt- und Freiräume zu klimagerechten und aneigenbaren Freiräumen umplanen und die Nachbarschaft bewusst auf den Langsamverkehr orientiert konzipieren.
Wir werden grossen Wert auf die Verbindung von architektonischen und städtebaulichen Themen legen. In einem ersten Schritt werden Sie Referenzprojekte untersuchen. Sie dienen Ihnen als Inspirationsquelle für die räumlichen Umsetzung von konzeptionellen und entwurflichen Fragestellungen, z.B. zu kollektiven Wohnformen, oder klimagerechtem Stadtumbau. Auf die Vorgabe eines konkreten Raumprogramms wird bewusst verzichtet. Ein präziser Vorschlag zu einem Konzept des Weiterbauens, für den Umgang mit dem Bestand, die bauliche Dichte, das Gebäudevolumen, die Gebäudeflächen, eine mögliche Nutzungsmischung und die Nutzer:innendichte, die Konstruktion und Gebäudestruktur sind Teil Ihrer Entwurfsaufgabe – auf verschiedenen Maßstabsebenen.
Dieses Semester ist ein aktiver Austausch zwischen dem Entwurf 5 „ExRotaprint Weiterbauen“ und meinem Masterstudio „Zirkuläre Stadt – Berlin Lichtenberg“ vorgesehen. Beide Entwürfe werden in Berlin ähnliche Fragestellungen thematisieren. Wir teilen uns den gleichen Arbeitsraum und werden die Kritiken kombinieren, um von einander zu lernen.
Die Aufgabe besitzt einen sehr aktuellen und hohen Realitätsbezug. Zu einer intensiven Auseinandersetzung mit dem Bestand werden wir vom 27. – 30.10. eine 4-tägige Exkursion mit Entwurfsworkshop nach Berlin durchführen.
Erstes Treffen und Einführung:
Dienstag, 06.10.26, 14:00 Uhr, Raum N221, Infanteriestraße