…horizontal und vertikal… ein Naturzentrum in der Pupplinger Au
Entwurf 5, BD
Prof. Thomas Hammer
Prof. Dr.-Ing. Martien Teich FK02
Dienstags, 14:00 Uhr
Raum 413
Das neue Naturzentrum Pupplinger Au -bestehend aus einem Besucherzentrum und einem Beobachtungsturm- dient als Teil des Projekts Isartal der touristischen Entwicklung und Profilierung der Isarauenregion in Wolfratshausen und Geretsried. Durch seine Lage am Rand eines Fauna-Flora-Habitat Gebiets und in direkter Nähe zu einem Landschaftsschutzgebiet in Wolfratshausen-Waldram soll es insbesondere Radreisende und Tagesausflügler ansprechen. Das Naturzentrum wird so eine wichtige Anlaufstelle als Ausgangs- oder Zielpunkt von individuellen Rad-, Wander- und Spazierrouten sein. Neben grundlegenden touristischen Informationen werden hier auch Fachinformationen zu Themen aus Naturschutz und Landschaftsgeschichte präsentiert.
Die terrestrische Ebene des Besucherzentrums wird ergänzt durch einen Beobachtungsturm, der das Informationsangebot des Naturzentrums insbesondere von den Aussichtsplattformen aus erlebbar macht. Als Medium wird neben klassischen Informationstafeln eine digitale Erlebnisebene zugänglich gemacht. Darüber hinaus sollen Personen, denen ein Aufstieg auf den Turm nicht möglich ist, hier mit Ihrem privaten digitalen Endgerät mittels eines QR-Codes auf die aktuellen Bilder einer auf dem Turm platzierten Webcam zugreifen können. So können auch Menschen mit Einschränkungen am Erlebnis vor Ort teilhaben. Darüber hinaus gehende digitale Angebote werden insbesondere von den Aussichtsplattformen aus als Augmented Reality Elemente erlebbar sein.
Um ein attraktives Erlebnis zu bieten, sollen zu Stoßzeiten rund 15-20 Personen auf der obersten Plattform des Turms bequem stehen und die Aussicht genießen können.
Im direkten Umfeld des Naturzentrums ist Raum für Fahrradabstellplätze sowie Picknickmöglichkeiten einzuplanen. Da sich die Stellplatzanlage der Grund- und Mittelschule in direkter Nähe befindet sind keine weiteren Flächen für PKWs vorzusehen.
Die Zuwegung zu Besucherzentrum und Turm, zu Aufenthaltsflächen im direkten Umfeld des Bauwerks sowie die Erschließung des Turms sind barrierefrei zu gestalten. Die barrierefreie Erreichbarkeit einer oder mehrerer Aussichtsplattformen ist nicht zwingend vorausgesetzt. Die Gesamtzahl der Aussichtsplattformen ist entwurfsabhängig festzulegen. Es sind außerdem Sitz- und Aussichtsmöglichkeiten für Personen verschiedener Körpergrößen vorzusehen (z.B. Kinder).
Für die Errichtung des Aussichtsturms im Landschaftsschutzgebiet kann von einer Ausnahmegenehmigung durch die Untere Naturschutzbehörde ausgegangen werden, sofern die Gestaltung des neuen Bauwerks angemessen auf die Anforderungen der wertgebenden Arten und Landschaftselemente des Landschaftsschutzgebietes und der umliegenden FSH- und Landschaftsschutzgebietes Rücksicht nimmt. Der naturverträglichen Gestaltung der Bauwerke wird daher eine besondere Bedeutung beigemessen.
Um den schützenswerten Auenboden möglichst geringfügig zu belasten und die Versieglung versickerungsfähiger Flächen möglichst gering zu halten, ist ein flächensparender Grundriss für Aufstellfläche und Gründung des Naturzentrums und des Turms anzustreben. Ein geringer Versiegelungsgrad durch die Wahl geeigneter Materialien sowie flächensparender Gestaltung ist auch im direkten Umfeld des Turms zu berücksichtigen (z.B. bei Zuwegung, Aufstellflächen für Feuerwehr, Picknickplatz und Radabstellanlagen).
Der Beobachtungsturm soll als Landmarke die Isaraue und ihre besondere Landschaft gestalterisch aufnehmen und weithin sichtbar repräsentieren. Die Höhe der obersten Aussichtsplattform soll bei etwa 25 m über der jetzigen Geländeoberfläche liegen und Platz für rund 15-20 Personen bieten. Der Grundriss des Entwurfs bzw. der Gründung ist möglichst flächensparend vorzusehen.
Im Sinne einer wirtschaftlichen, wartungsarmen, langlebigen Konstruktion als auch in Hinblick auf den ökologischen Fußabdruck der Baustoffe sind nachhaltige Materialien zu verwenden. Darüber hinaus sind für die naturnahe Gestaltung des Turms landschaftsangepasste Materialien ohne besondere Scheuchwirkung für Tiere vorzusehen. Um diese zu verringern soll die Konstruktion so gestaltet sein, dass nach oben hin ein optisch geschlossener Eindruck entsteht und die Menschen und ihre Bewegung sich nicht vom Horizont absetzen.
Beim Turm ist auf eine Lichtinszenierung der Bauwerkhülle und Innenbeleuchtung zu verzichten. Die Erzeugung erneuerbarer Energien für den Eigenbedarf direkt am Bauwerk ist mitzudenken.
Erstes Treffen und Einführung:
Dienstag, 06.10.26, 14:00 Uhr, Raum 413